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Dienstag, März 8th, 2016

Werner Ryser: Walliser Totentanz

Das Wallis am Übergang vom 15. zum 16. Jh. Das Tal ist fest in der Hand der Kirche. Der Bischof in Sitten ist geistlicher und weltlicher Herr. Natürlich gibt es auch reiche Weltliche, die zur Macht streben, der Söldnerführer Georg Supersaxo (Jörg Uff der Flüe) zum Beispiel. Zuerst fördert er Matthäus Schiner. Zusammen organisieren sie den Sturz des amtierenden Bischofs (der fremde Fötzel stammt aus Uri: Jost von Silenen). Als Schiner Bischof in Sitten wird, entspannt sich ein langer Machtkampf zwischen ihm und Supersaxo. Schiner ist ehrgeizig und genauso machtgeil wie Supersaxo. Die kleinen Leute werden rücksichtslos geopfert, meist auf den Schlachtfeldern als Söldner. Mit der Reisläuferei ist offenbar Macht und Reichtum zu gewinnen: man ist mit den Mächtigen in Kontakt und liefert ein knappes Gut.
Ryser schildert, wie sich die armen Bauern aus dem Goms anwerben lassen, verlockt durch das Handgeld, aber vor allem durch die Aussicht auf Reichtum durch Plünderungen. Schon auf dem Weg zur Schlacht wird gebrandschatzt, gemordet, vergewaltigt und geplündert. Nach der Schlacht werden die Leichen gefleddert. Da kommt einem schon der IS in den Sinn.
Das Fegefeuer und die Hölle sind allgegenwärtig. Damit lässt sich ein Druck aufbauen. Mit Ablassen kann man sich frei kaufen. (mehr …)